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Wir sind alle nur Nummern … für Facebook

Eingetragen am 2013-01-25 18:00 von Thorsten Sommer in Andererseits.

Falls noch jemand wissen möchte, warum ich meinen FB-Account gelöscht habe … Ich bin ein Mensch und keine Nummer. Schon gar keine „Facebook-ID“:

Facebook erkennt angemeldete Nutzer dabei auf allen Endgeräten und in allen Browsern anhand ihrer Facebook-ID wieder, vorausgesetzt, ein Nutzer ist bei Facebook angemeldet.

[ via: golem.de ]

Mir ist natürlich klar, dass Funktionen wie diese über kurz oder lang in allen sozialen Netzen etabliert werden – und auch anderswo. Aber es zwingt mich ja erfreulicherweise niemand dabei mitzumachen, wenn meine Privatsphäre kontinuierlich weiter ausgehöhlt werden soll.

Besonders kritisch sehe ich in diesem Fall die zugrundeliegende Philosophie:

Facebook vertraut dabei auf die Bequemlichkeit der Nutzer: Diese loggen sich in aller Regel nicht bei Facebook aus, und so kann Facebook ihr Verhalten im Web auch auf anderen Seiten erfassen. Das setzt allerdings voraus, dass diese Seiten einen Code von Facebook einbetten.

[ via: ebenda ]

Statt aufzuklären, wird ausgenutzt. Damit meine ich sowohl die FB-Nutzer als auch die Web-Seitenbetreiber, die hier zum Mitmachen animiert werden sollen. Letztere werden nämlich ganz nebenbei auch noch gläsern. Und nicht sie werden die eigentlichen Vorteile der Einbettung genießen, sondern wiederum Facebook.

Das Geschäftsmodell und den Sinn erkenne dahinter erkenne ich wohl. Gut heißen muss ich das Alles deswegen lange noch nicht.

PS: In der Zwischenzeit empfehle ich Ghostery.

Datenschutz – Besser spät als nie

Eingetragen am 2012-06-07 11:43 von Thorsten Sommer in Andererseits.

In Sachen Datenschutz- und Privatsphären-Diskussion in Deutschland sollte man die Hoffnung nicht aufgeben. Vielleicht tut sich ja jetzt endlich was in die richtige Richtung. Dem ein oder anderen fällt nämlich langsam auf, dass etwas falsch läuft – auch wenn er früher ganz andere Töne spuckte:

Ich sag’s ganz ehrlich: Viele unserer Datenschutzbedenken halte ich für übertrieben: Dass eure Bewerbungsmappe aufgrund zu vieler Partyfotos auf Facebook schon im Vorfeld aussortiert wird, dürfte tatsächlich an der fehlenden Zeit der Personaler scheitern. Dass Einbrecher sich erst einmal auf Google Street View schlau machen und dann noch euren Foursquare-Status checken, bevor sie euch die Wohnung ausräumen – ein bekanntes Horrorszenario, von dem mir bisher noch kein einziger Fall bekannt geworden wäre. Da wird vieles heißer gekocht als gegessen

[ via: Basic Thinking ]

Pah, Datenschutz und „Wehret den Anfängen!“ waren bislang halt nur was für Leute aus Schleswig-Holstein. Das war doch alles gar nicht so wild. Aber darum ging es weder mir, noch Thilo Weichert, noch allen anderen Datenschutzanmahnern in Deutschland. Wir alle hatten und haben schon immer das große Ganze im Sinn gehabt bei unseren Warnungen.

Wo das hinführt, erkennen jetzt wohl auch die bisher Leichtgläubigen und Beschwichtiger:

Mir platzt nämlich gerade der Kragen. Nicht genug damit, dass ein einzelnes privatwirtschaftliches Unternehmen uns alle katalogisiert. Bald könnte es so aussehen, dass ihr keinen Mobilfunkvertrag mehr bekommt, weil ihr in der falschen Gegend wohnt oder mit Menschen ohne Ralph-Lauren-Shirt verkehrt. Selbst wenn ihr immer pünktlich eure Rechnungen bezahlt habt. Das ist nichts weniger als ein Skandal, eingetütet in hübsche Floskeln.

Es reicht. Sagt es weiter, protestiert, empört euch, damit diesem Spuk sofort ein Ende gesetzt wird!

[ via: ebenda ]

„Aha?!“, sage ich da nur. Jetzt plötzlich also doch?! Jetzt erkennt ihr endlich alle miteinander den Wahnsinn und den Abgrund auf den wir zusteuern? Privatsphäre könnte doch etwas wert sein? Totale Entblö[ß|d]ung im Web ist nicht nur cool, sondern evtl. auch nachteilig?

„Super! Toll!“, rufe ich euch da zu. „Besser spät als nie!“ – Hoffentlich reicht das für mehr als einen Sturm im Wasserglas. Vielleicht wacht endlich eine Mehrheit auf und tut deutlich mehr gegen die allgemeine Datensammelwut. Fangt z. B. damit an, euch bei Thilo Weichert für alle die Unkenrufe und Schmähungen zu entschuldigen bzw. euch dafür zu bedanken, dass Menschen wie er das Thema überhaupt so früh aufgegriffen haben – zu unser aller Vorteil.

Partizipations-Transparenz-Dilemma

Eingetragen am 2012-02-01 18:37 von Thorsten Sommer in Andererseits.

Schöner Artikel über den ich da dank Herrn Sixtus gestolpert bin. Er beleuchtet einen weiteren Teil der von mir angemahnten moralisch-ethischen Konsequenzen des Internets:

Transparenz ist der Preis dafür, wenn man Prozesse dezentral und partizipativ organisiert. Das Internet vermag uns alle miteinander nach unseren Wünschen, Situationen, Wertemodellen und Interessen zu verbinden. Es kann dies aber nur, wenn wir ihm diese Präferenzen als Daten dazu bereitstellen.

[ via: ctrl+verlust ]

Lesebefehl. Auch für die Kommentare ...

PS: Mit wem ich wie, wann und warum verbunden werden will, will ich selbst bestimmen. Daher gibt es von mir auch so wenig Daten im Internet.

Opt-In für Tracking umsetzen

Eingetragen am 2011-12-16 12:46 von Thorsten Sommer in Andererseits.

Genau so:

In der Frage, wie verhaltensbezogene Werbung datenschutzkonform umgesetzt werden kann, bestehen die europäischen Datenschützer weiter auf ein Opt-In-Verfahren. Demnach darf ein Tracking-Cookie nur gesetzt werden, nachdem ein Nutzer diesem speziellen Cookie explizit zugestimmt hat.

Websitebetreiber müssen einen Nutzer fragen, bevor sie bei ihm einen Cookie platzieren, sagt die Artikel-29-Datenschutzgruppe.

[ via: golem.de ]

Angesichts der Aber-Milliarden, die Facebook&Co. für das ganze Geraffel ausgeben, sollte das nun wirklich kein Problem darstellen.

Ende des Facebook-Experiments

Eingetragen am 2011-09-07 18:56 von Thorsten Sommer in Interna.

Doch, es gibt eine Facebook-Seite von mir, genauer gesagt, der Speisekarten-Seite. Die wird aber nur sehr stiefmütterlich behandelt. Und jetzt ist auch der Like-Button hier wieder verschwunden. Nicht deswegen, aber auch. ;-)

PS1: Gesehen? Die Seite mit dem verlinkten Bericht enthält einen Like-Button ;-)

PS2: Mal sehen, wann es den +1-Button erwischt.

Das Web vergisst nichts und niemanden!

Eingetragen am 2011-01-18 15:23 von Thorsten Sommer in Andererseits.

Wer wissen möchte, warum ich seit Jahren darauf hinweise, dass die moralisch-ethischen Konsequenzen der „totalen Vernetzung“ noch gar nicht durchdacht sind (und das Web daher mit Vorsicht zu genießen ist), der sollte diesen Eintrag von Stefan Niggemeier sorgfältig lesen.

Datenschutz richtig herum

Eingetragen am 2010-12-05 12:00 von Thorsten Sommer in Andererseits.

Sehr lesenswerter Beitrag im Datenschutz-Blog – besonders treffend die für mich zentrale Aussage:

Öffentliches Handeln muss offengelegt werden.

Geschützt werden muss die Privatsphäre.

Nicht umgekehrt.

[ via: Datenschutz-Blog ]

Entscheidet euch: Wikileaks und Nacktscanner, oder keines von beiden. Transparenz nur für andere zu fordern ist Doppelmoral in Reinstkultur.

Buugle besser als Google?

Eingetragen am 2010-09-19 10:45 von Thorsten Sommer in Andererseits.

Tja, liebe StreetView-Fanboys und -girls: Auch schon mal darüber nachgedacht?

Ich, als erfahrener ITler, kann der Tragweite dieser Real-Satire leider nur zustimmen. Schöne, neue Welt.

E-Post-Brief? Danke, aber mir ist schon schlecht

Eingetragen am 2010-07-24 17:49 von Thorsten Sommer in Andererseits.

Dabei habe ich doch tatsächlich versucht mich anzumelden. Und das überlesen. Und das mir! Damit sind alle angeblich so sicheren DE-Mail-Post-Brief-Dingensens bis auf weiteres für mich gestorben.

Danke, EU-Parlament!

Eingetragen am 2010-02-11 20:57 von Thorsten Sommer in Andererseits.

Erfreulicherweise richtig entschieden:

Das Votum war eindeutig: Mit 378 gegen 196 Gegenstimmen fiel die Entscheidung der Europaparlamentarier gegen das umstrittene Bankdatenabkommen Swift am Donnerstag klar aus.

[ … ]

Was die Einstellung zu den Grundrechten angeht, klafft zwischen Europa und den USA eine tiefe Lücke. Ein Abkommen, bei denen die USA unbegrenzten Zugriff auf europäische Daten haben und die Betroffenen keine Möglichkeit haben, sich gegen den Eingriff in ihre Privatsphäre zu wehren, hat hier keine Chance. Das müssen auch die Amerikaner künftig respektieren.

[ via: Stern ]

Die EU hat eben auch Vorteile.

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