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Weinsalon HH – Eindruck II

Eingetragen am 2005-04-17 18:50 von Thorsten Sommer unter #andererseits.

Auf Empfehlung von Mario habe ich mit drei deutschen Winzern angefangen: Gunderloch, Aldinger und Bürklin-Wolf.

Los ging es bei Gunderloch. Dort erhielt ich meine grundlegende Einweisung in Theorie und Praxis einer Weinverkostung – und habe sie gleich wieder vergessen. Denn a) bin ich nunmal kein Profi und brauche deswegen b) mehr als einen Schluck oder eine benetzte Zunge, um beurteilen zu können, ob mir ein Wein schmeckt. Das Prozedere mit den Eimerchen sieht auch nicht gerade sehr elegant aus – außer man schüttet den Rest des Weines aus dem Glas hinein. BTW: Mir brach es mehr als nur einmal das Herz, wieviel wundervoller Wein bei solch einer Gelegenheit ungetrunken vernichtet wird.

Stefanie Hasselbach führte mich jedenfalls freundlich und gezielt durch die Auswahl des Hauses Gunderloch. Ein sanfter, aber bestimmter Einstieg in das Thema, der gekrönt wurde vom Spitzenwein des Gutes, der Trockenbeerenauslese aus 2001 vom Nackenheimer Rothenberg. Uffa! Schon beim Einschenken zog der Wein Schlieren im Glas wie Öl. Auf der Zunge fühlte er sich an wie Honig und führte mich gleich zu der Frage: Kann das heute noch besser werden?

(Familie Hasselbach nimmt übrigens auch schon zehn Jahre am Weinsalon teil. Das Netzwerk von Mario scheint unermesslich groß zu sein ;-))

Tom Benns, Wine Consultant bei Bürklin-Wolf, erzählte mir dann von der Rückbesinnung auf Qualität bei den deutschen Winzern. In seinem Hause wurden Anfang der 80er-Jahre noch 150 Hektoliter aus 100 Hektar gezogen, heute sind es nur noch um die 50. Damit geht natürlich eine beachtliche Qualitätssteigerung einher. Dabei wurde auf Lagenweine umgestellt. Angeboten werden Gutsweine, Premier Crus und Grand Crus (statt der herkömmlichen deutschen Klassifizierung). Die vier vorgestellten Grand Crus habe ich probiert. Aber die Pfalz macht mich vom Boden her einfach nicht an. – Obwohl er dort äußerst unterschiedlich sein kann, wie er ebenfalls erzählte: Nur durch einen zwei Meter breiten Weg getrennt sind dort Lagen auf Muschelkalk und Schiefer, die völlig unterschiedlich schmeckende Weine hervorbringen – bei gleicher Traube und gleicher Pflege.

Weiter zu Herrn Aldinger. Er übersah tapfer meinen Verzicht auf seine sicherlich wunderbaren württembergischen Rotweine. Stattdessen griff ich bei meiner zweitliebsten Traube zu, dem Riesling. Auch hervorragend, vor allem und natürlich die Auslesen. Aber anschließend musste ich mich wirklich endlich an meine Lieblingsgebiete anpirschen: Nahe und Rhenigau.

tags
#blogosphäre #wein

Ein Kommentar:

Trackback: Garantiert ohne  ] Vorbildlicher Blog-Einsatz auf dem Hamburger Weinsalaon: Der tapfere, unerschrockene Speisekarten-Blogger Thorsten [ ... ]

ARTHUR LANDWEIN unplugged, 2005-04-18 11:54

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