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Professionelles Um-die-Häuser-ziehen

Eingetragen am 2009-04-25 07:20 von Thorsten Sommer unter #gastrosophie.

Nach einem langen Arbeitstag habe ich mich bei Helmut eingeklinkt und gelernt, wie professionelles Um-die-Häuser-ziehen geht: zehn Bars/Kneipen in sechs Stunden. Oyoy, Respekt.

Dabei habe ich wieder einiges über Gastrosophie gelernt – und mich gefragt, ob ich das wirklich alles wissen will oder ob die Art von Magie, die durch Unwissenheit entsteht, nicht doch erhalten bleiben sollte?!?

Egal, kleine Erkenntnisse erhalten die Freundschaft:

  • Wer professionell um die Häuser zieht, der braucht einen Plan: Liste der Betriebe, Reihenfolge, Stadtplan, gutes Schuhwerk (oder einen Fahrer ;-)), Diktafon oder iPhone, Zettel und Stift, sehr viel Erfahrung.
  • Wenig Eis in einem Gin-Fizz ergibt nicht nur einen lauwarmen Drink minderer Qualität, sondern erhöht auch unnötigerweise den Wareneinsatz des Gastronomen. Doppelter Fingerschnitt sozusagen.
  • Wenn man in einer Bar von wildfremden Menschen angesprochen wird, spricht das für einen hohen Stammgästeanteil.
  • Professionelles Bar-Tending hat nichts mit der „industrialisierten“ Produktion von Mischgetränken zu tun.
  • Mise-en-place kann man auch übertreiben, dann kommen dabei z. B. welke Cocktail-Dekos heraus.
  • Mit den Augen eines Profis besehen, fallen manche Betriebe noch viel schneller durch das Raster und Enttäuschungen werden durch schnellen Rückzug minimiert.
  • Qualität ersetzt man nur duch mehr Qualität.
  • Es gibt Läden, die aktuelle Bar-Literatur lesen, sich daraus Anregungen holen und in denen Autoren besagter Literatur dann sogar erkannt werden.
  • Bar-Tester und Speisekarten-Tester gehen ganz ähnlich vor – auch wenn das Objekt der Begierde sich unterscheidet ;-)

Und: Die Zubereitung eines Cocktails soll zelebriert werden. Dieser Teil der Cocktail-Kultur war mir bisher unbewusst, auch wenn ich ihn immer erwartet und genossen habe. – Wie faszinierend, beinahe erotisch, z. B. die Erstellung einer Cocktail-Deko sein kann, weiß man erst, wenn man wirklichen Profis dabei zugesehen hat.

Ingesamt ein sehr spannender Abend. Danke, Helmut. Jetzt weiß ich Bars und Cocktails noch mehr zu schätzen als vorher.

 

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