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Barkarte des Jahres 2013

Eingetragen am 2013-01-22 06:32 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Die Kollegen von Mixology haben die Barkarte des Jahres gekürt – und ich muss natürlich auch noch meinen Senf dazugeben:

Die Barkarte des Schoellmanns vergisst nie, dass der Gast ein Restaurant aufgesucht hat und verweist auf die Speiseklassiker, die in einer Bar gleichsam eine feste Größe sein können: Clubsandwich, Pastrami, Austern. Ein Frühstücksortiment leitet dezent über zu Schaumweinen und Champagner Cocktails. Danach beweist die Karte eine profunde Kenntnis klassischer Cocktails, um auf ungewöhnliche Eigenkreationen aufmerksam zu machen, wie den New & Improved Blutwurst Fizz. Weniger versierten Bargängern signalisiert die Karte zwischen Retro- und künstlerischem Design, dass das Team bereit ist, den Gast auch mit einem Caipirinha abzuholen, um ihn oder sie dann bis zum Last Word zu begleiten.

Liebevolle Symbole zu den Kategorien und Unterteilungen der Karte ziehen sich hindurch. Lieblingsdetail ist eindeutig die Kategorie Scotch, bei dessen Symbol die Gerste aus dem Dudelsack wächst.

Es trinkt und liest sich gut in Schoellmanns Bar & Küche.

[ via: Mixology ]

In den Kommentaren geht die Diskussion rund um die Karte gleich weiter – teilweise überraschend emotional.

Wer sich die Karte (so wie ich) aus der Ferne anschaut (d. h. über das Web) findet jedenfalls eine handwerklich wirklich sehr solide Könnerkarte vor. Die Entscheidung der Jury könnte also sehr wohl richtig sein (leider kenne ich die anderen Teilnehmer des Feldes nicht).

Mir gefallen viele Aspekte dieser Karte: Die grafische Geschlossenheit, die ruhige Farbatmosphäre, die gewählten Schriftbilder (abwechslungsreich und trotzdem nicht unruhig wirkend), natürlich die Sektionsillustrationen, die vielen Beschreibungen der Cocktails und anderen Produkte, die Fotos (direkt aus dem Betrieb?!) und die Grafiken auf den Umschlagseiten. (Nur die Elvis-Illustration kann ich mir so gar nicht erklären.)

Anders als ein Teilnehmer an der oben erwähnten Kommentardiskussion möchte ich mich zu den betriebswirtschaftlichen Aspekten (vulgo: Preis- und Angebotsgestaltung) nur als Gast äußern (Für alles andere fehlen mir eindeutig die erforderlichen Kenntnisse): So hochwertig die Karte rüberkommt (und damit der von mir abgeleitete hohe Anspruch des Betriebes), so angemessen empfinde ich die Preise. (Andernorts wurde schon deutlich mehr für die entsprechenden Cocktails aufgerufen.) Wenn die Qualität dann noch stimmt, was bei einem von Mixology empfohlenen Betrieb als sicher anzusehen ist, dann sind sie definitiv angemessen.

Ebenfalls in der genannten Kommentardiskussion wird wieder mal auf das Thema Zusatzstoffkennzeichnung hingewiesen. Hier könnte ich mich allerdings nur wiederholen (siehe §9 Absatz 6 ZZulV). ABER: Der im gleichen Kommentar gemachte Hinweis auf eine Pflicht zum Ausweis von Mehrwertsteuer ist Mumpitz (und dabei wiederhole ich mich auch schon wieder). Denn nach §7 Absatz 5 PAngV muss es sich bei allen Preisen in Karten sowieso um Inklusivpreise handeln. Ein gesonderter Hinweis darauf ist also absolut überflüssig.

Kommen wir zurück zu den schönen Dingen an dieser Karte: Sie ist abwechslungsreich, informativ, lädt zum Stöbern und Verweilen ein. Sie repräsentiert sicherlich den Betrieb, die Betreiber und deren Philosophie. Insgesamt also wirklich alles richtig gemacht.

Wenn ich mir zu dieser Karte etwas wünschen soll/darf, dann vor allem eines: Ein Exemplar per Post in meinem Briefkasten ;-)

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#barkarten

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