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Gastrosophie, Gastronomie, Sammelleidenschaft – vereint durch Speisekarten, beschrieben durch kurze Beiträge, Web-Tipps, Ideen und Ansichten.
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Nicht nur Glutamat …

Eingetragen am 2006-12-05 23:29 von Thorsten Sommer unter #gastrosophie.

Nicht nur Glutamat ist Ausdruck moderner, stromlinienförmiger, langweiliger Küche für die geiz-geilen Massen. Wie die FAZ scharfsinnig beobachtet sind im Zuge globaler Preiskriege auch sogenannte Delikatessen längst nicht mehr das, was sie einmal waren:

Ein Geheimnis ist es wohl längst nicht mehr: Jakobsmuscheln und Räucherlachs, Shrimps und Papayas gaukeln Exklusivität längst nur noch vor. Heutzutage nämlich versuchen landauf, landab Dorflokale und selbsternannte Gourmet-Tempel auf ihren Speisekarten mit diesen Produkten Eindruck zu machen. Dabei ist Zuchtlachs oft der billigste Fisch (und der am stärksten mit Rückständen von Zusatzstoffen belastete), werden in Plastik eingeschweißte Tiefkühlkrabben aus thailändischen Plantagen in jedem Supermarkt verkauft.

[ via: FAZ.NET ]

Ich habe für mich immer festgestellt, dass gutes Essen nichts mit dem Preis zu tun haben muss. Aber wieder macht uns/mir die Geiz-macht-blöd-Euphorie einen Strich durch die Rechnung:

Wer nach einem einfachen Gericht verlangt, meint meistens: Hauptsache billig. Solange das so bleibt, werden pseudodelikate Banalgerichte immer häufiger die Regel. Klöße hingegen kommen heute in der Regel als schwer verdauliche Industrieware auf den Teller. Sie frisch selber zu machen, gleicht gastronomischer Selbstausbeutung, denn ein höherer Preis für die viel längere Arbeitszeit läßt sich beim Gast damit nicht erzielen.

[ via: Ebenda ]

Tja, liebe Leser, was lernen wir nun daraus? Das Gastrosoph nur sein kann, wer mit wache(re)n Augen durch die gastronomische Welt wandelt? Oder das Gastrosophie schon im Kleinen beginnt, von jedem genossen werden kann, auch wenn man sie nicht so bezeichnet? Am Ende steht für mich immer wieder der Genuss. Und der ist unabhängig von Zeit, Raum, Geld oder anderen Statussymbolen, sondern liegt – wie so vieles – im Auge des Betrachters, äh, besser: im Gaumen des Genießers.

 

Ein Kommentar:

... ein weg zur lösung : www.slowfood.de

Joachm Casper, 2006-12-22 22:13

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