Speisekarten-Blog

Frivole Speisekarten

Eingetragen am 2011-12-08 17:14 von Thorsten Sommer unter #blogging.

In der Spiegel online-Rubrik „eines tages“ entführt Benjamin Maack uns in die Zeit des Buches „Menu Design in America“. Leider konzentriert er sich dabei für meinen Geschmack zu sehr auf den „frivolen“ Aspekt von Speisekarten. Kunstvolle Gestaltung ist ja nun wirklich nichts Außergewöhnliches. Andererseits habe ich in letzter Zeit keine „frivolen“ Karten zu Gesicht bekommen. Das könnte vielleicht daran liegen, dass ich nur in ehrenwerten Lokalitäten verkehre? Oder trauen sich die Designer von heute nichts mehr?

Kommentieren möchte ich noch den letzten Absatz des ansonsten durchaus lesenswerten Artikels:

Das schönste an dieser Speisekartengalerie zwischen zwei Buchdeckeln ist trotzdem die Tatsache, dass es sich dabei eigentlich um eine Sammlung von Diebesgut handelt. Denn natürlich waren Speisekarten nichts, was man nach dem Essen einfach mitnehmen durfte. Die meisten Karten in diesem Buch müssen also zu ihrer Zeit einen Liebhaber gefunden haben, der sie so schön fand, dass sie ihm ein kleines Verbrechen wert waren.

[ via: Spiegel online ]

Wie kommen bloß alle Nicht-Speisekarten-Sammler immer auf die abstruse Idee, dass alle Speisekarten-Sammler Diebe sein und man Karten nur illegal erwerben könne? Ich frage immer noch höflich. Und das funktioniert in 98% der Fälle einwandfrei. Im Gegenteil: Die meisten Gastronomen wollen ihre Karte sogar unter das Volk bringen (siehe auch meinen nächsten Blog-Eintrag).

Erotische Speisekarten

Eingetragen am 2005-11-03 22:01 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Karten gibt es in Betrieben ja nicht nur für Speisen und Getränke, sondern auch für Wein, Eis, Desserts, Zigarren, etc. – Ganz allgemein handelt es sich bei einer Karte immer um ein Angebots-, Preis- bzw. Warenverzeichnis. Daher kann man das Prinzip in allen Betrieben anwenden, die ihren Kunden eine größeren Palette von Produkten oder Dienstleistungen anbieten, aus der typischerweise nur eines (oder wenige) ausgewählt werden. Dazu gehören auch Betriebe aus dem horizontalen Gewerbe:

In der Ausstellung sind rund 400 Exponate aus der Zeit von 1850 bis 2005 zu sehen. Hinter jedem Stück steckten «Geschichten von Licht- und Schattenseiten der Prostitution», sagt Dücker. Ausgestellt werden benutzte Bordell-Handtücher und echte «Ackerschuhe», Highheels mit 20 Zentimeter hohen Absätzen oder wattierte Winterstiefel für den Straßenstrich. Daneben gibt es Installationen zur «Körperarbeit» wie den «gefallenen Engel» oder «Erotische Speisekarten» mit detaillierten Preisen für sexuelle Dienstleistungen. «Wir wollen aber keinen Voyeurismus bedienen, sondern Lebenswelten zeigen und Mythen entzaubern», betont Dücker.

[ via: Yahoo! ]

Wem fallen weitere Betriebe ein, die Speisekarten im weitesten Sinne verwenden? – Hey, ihr sollt euch mit den Speisekarten-Aspekten des Themas beschäftigen, nicht mit den sonstigen Inhalten der in obigem Artikel angekündigten Ausstellung ;-)

Sex, Sex, Sex … und Speisekarten

Eingetragen am 2005-02-19 11:00 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Na, was haben Sie gedacht? Hier geht es doch bekanntermaßen um Speisekarten, nicht um Körperflüssigkeitsaustausch. Doch es gibt Verbindungen zwischen den Themen – wie man bei regelmässigen Web-Recherchen immer wieder bemerkt. Diesmal erfährt man unter dem Titel Wandelnde Speisekarten:

Eine heiße Idee hatte der Betreiber von „Perry’s Beach Cafe“: Er lässt in seiner Strand-Bar knackige Bikini-Schönheiten kellnern. Die Speisekarte bekommen die Girls direkt auf ihren Body geschrieben. So können sich hungrige und durstige Gäste zum Beispiel auf Devras prallen Möpsen erkundigen, welche Bier sie schlürfen wollen. Tja, wie heißt es noch so schön? Das Auge isst mit …

[ via: praline.de ]

Obwohl diese Speisekarten-Idee an sich ja was hat, ist sie nun wirklich nicht gerade neu.

Leider ist in diesem Glanzstück populären Online-Journalismus nirgendwo zu erfahren, wer Perry oder Devra sind, wo das Beach Cafe liegt, oder warum man sich auf Devras übergewichtigen Hund stellen muss (das arme Tier), um die verfügbaren Biersorten zu erfahren. (Vielleicht hängt die Karte zu hoch an der Wand?)

Da Obiges schon den gesamten Eintrag aus den Blog-News (sic!) der Praline wiedergibt, frage ich mich: Wer schreibt sowas? Und wer liest sowas? (Bei mir ist es jedenfalls wissenschaftliches Interesse :) – Wünschenswert wäre in diesem Fall etwas Vergleichbares zum Bildblog oder den verschiedenen Erklärungsversuchen für den Geschäftserfolg von Fast-Food-Restaurants.

Wenigstens kann man in diesen Blog-News nebenbei gleich noch erfahren, dass Quickies und Fesselspiele Verletzungsrisiken bergen und das Untersuchungen in Kalifornien gezeigt haben, dass Frauen genauso viele verschiedene Sex-Partner haben wollen wie Männer. Toll! (soviel zur Qualitätsdiskussion Blogs vs. echter Journalismus.)

Das Auge isst also mit und Lesen bildet. Naja, zumindest meistens – in beiden Fällen. >:-)

PS1: Mei, mei, mei – dieser Eintrag nimmt ja schon fast wirre Züge an. Aber da kann ich n’ix für ;-)

PS2: Ich sach nur ma: Nipplegate.

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