Speisekarten-Blog

Gastronomie-Seiten für mobile Geräte

Eingetragen am 2013-01-28 18:17 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Etwas provozierend textet man bei netzwertig.com: „Einzelhandel und Gastronomie haben den Smartphone-Boom verschlafen“. Naja, ganz unrecht haben sie damit nicht:

Torstenssons drei Kriterien für eine vernünftige mobile Website: Speise- und Getränkekarten, die auch mit dicken Fingern bedient und eingesehen werden können, ein Design, das für die Displaydimensionen von iPhone und typischen Android-Geräten geschaffen wurde, sowie ein Verzicht auf Details, welche die Ladezeit unnötig verlängern.

[ via: netzwertig.com ]

Ich halte es übrigens immer noch für die weitaus bessere Idee, dass gastronomische Betriebe in eine eigene(!) Website investieren – statt sich einer der diversen Plattformen unterordnen. Die eigene Philosophie, den eigenen Betrieb, den eigenen Mehrwert bitte auf einer eigenen Website darstellen. Sonst geht man in der Menge einfach unter.

Es ist übrigens erschreckend zu sehen, wieviele Besuche die Karten in meiner Galerie erhalten, weil die betreffenden Betriebe überhaupt keine eigene Website haben (geschweige denn eine, die für Mobilgeräte optimiert wäre). Sowas darf nun wirklich nicht passieren. Wenn jemand „Restaurantname Stadtname“ in den Suchschlitz tippt, sollte immer eine eigene Website zu finden sein. Viel muss dort auch gar nicht stehen – Anschrift, Öffnungszeiten und Kontaktdaten reichen ja schon. Das geht mit den einschlägigen Homepage-Baukästen heutzutage zu minimalen Kosten. Und selbst etwas ausführlichere Web-Seiten inkl. Aufbereitung für Mobilgeräte kosten nicht wirklich die Welt. (Beispiel gefällig?)

Wir sind alle nur Nummern … für Facebook

Eingetragen am 2013-01-25 18:00 von Thorsten Sommer unter #andererseits.

Falls noch jemand wissen möchte, warum ich meinen FB-Account gelöscht habe … Ich bin ein Mensch und keine Nummer. Schon gar keine „Facebook-ID“:

Facebook erkennt angemeldete Nutzer dabei auf allen Endgeräten und in allen Browsern anhand ihrer Facebook-ID wieder, vorausgesetzt, ein Nutzer ist bei Facebook angemeldet.

[ via: golem.de ]

Mir ist natürlich klar, dass Funktionen wie diese über kurz oder lang in allen sozialen Netzen etabliert werden – und auch anderswo. Aber es zwingt mich ja erfreulicherweise niemand dabei mitzumachen, wenn meine Privatsphäre kontinuierlich weiter ausgehöhlt werden soll.

Besonders kritisch sehe ich in diesem Fall die zugrundeliegende Philosophie:

Facebook vertraut dabei auf die Bequemlichkeit der Nutzer: Diese loggen sich in aller Regel nicht bei Facebook aus, und so kann Facebook ihr Verhalten im Web auch auf anderen Seiten erfassen. Das setzt allerdings voraus, dass diese Seiten einen Code von Facebook einbetten.

[ via: ebenda ]

Statt aufzuklären, wird ausgenutzt. Damit meine ich sowohl die FB-Nutzer als auch die Web-Seitenbetreiber, die hier zum Mitmachen animiert werden sollen. Letztere werden nämlich ganz nebenbei auch noch gläsern. Und nicht sie werden die eigentlichen Vorteile der Einbettung genießen, sondern wiederum Facebook.

Das Geschäftsmodell und den Sinn erkenne dahinter erkenne ich wohl. Gut heißen muss ich das Alles deswegen lange noch nicht.

PS: In der Zwischenzeit empfehle ich Ghostery.

Barkarte des Jahres 2013

Eingetragen am 2013-01-22 06:32 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Die Kollegen von Mixology haben die Barkarte des Jahres gekürt – und ich muss natürlich auch noch meinen Senf dazugeben:

Die Barkarte des Schoellmanns vergisst nie, dass der Gast ein Restaurant aufgesucht hat und verweist auf die Speiseklassiker, die in einer Bar gleichsam eine feste Größe sein können: Clubsandwich, Pastrami, Austern. Ein Frühstücksortiment leitet dezent über zu Schaumweinen und Champagner Cocktails. Danach beweist die Karte eine profunde Kenntnis klassischer Cocktails, um auf ungewöhnliche Eigenkreationen aufmerksam zu machen, wie den New & Improved Blutwurst Fizz. Weniger versierten Bargängern signalisiert die Karte zwischen Retro- und künstlerischem Design, dass das Team bereit ist, den Gast auch mit einem Caipirinha abzuholen, um ihn oder sie dann bis zum Last Word zu begleiten.

Liebevolle Symbole zu den Kategorien und Unterteilungen der Karte ziehen sich hindurch. Lieblingsdetail ist eindeutig die Kategorie Scotch, bei dessen Symbol die Gerste aus dem Dudelsack wächst.

Es trinkt und liest sich gut in Schoellmanns Bar & Küche.

[ via: Mixology ]

In den Kommentaren geht die Diskussion rund um die Karte gleich weiter – teilweise überraschend emotional.

Wer sich die Karte (so wie ich) aus der Ferne anschaut (d. h. über das Web) findet jedenfalls eine handwerklich wirklich sehr solide Könnerkarte vor. Die Entscheidung der Jury könnte also sehr wohl richtig sein (leider kenne ich die anderen Teilnehmer des Feldes nicht).

Mir gefallen viele Aspekte dieser Karte: Die grafische Geschlossenheit, die ruhige Farbatmosphäre, die gewählten Schriftbilder (abwechslungsreich und trotzdem nicht unruhig wirkend), natürlich die Sektionsillustrationen, die vielen Beschreibungen der Cocktails und anderen Produkte, die Fotos (direkt aus dem Betrieb?!) und die Grafiken auf den Umschlagseiten. (Nur die Elvis-Illustration kann ich mir so gar nicht erklären.)

Anders als ein Teilnehmer an der oben erwähnten Kommentardiskussion möchte ich mich zu den betriebswirtschaftlichen Aspekten (vulgo: Preis- und Angebotsgestaltung) nur als Gast äußern (Für alles andere fehlen mir eindeutig die erforderlichen Kenntnisse): So hochwertig die Karte rüberkommt (und damit der von mir abgeleitete hohe Anspruch des Betriebes), so angemessen empfinde ich die Preise. (Andernorts wurde schon deutlich mehr für die entsprechenden Cocktails aufgerufen.) Wenn die Qualität dann noch stimmt, was bei einem von Mixology empfohlenen Betrieb als sicher anzusehen ist, dann sind sie definitiv angemessen.

Ebenfalls in der genannten Kommentardiskussion wird wieder mal auf das Thema Zusatzstoffkennzeichnung hingewiesen. Hier könnte ich mich allerdings nur wiederholen (siehe §9 Absatz 6 ZZulV). ABER: Der im gleichen Kommentar gemachte Hinweis auf eine Pflicht zum Ausweis von Mehrwertsteuer ist Mumpitz (und dabei wiederhole ich mich auch schon wieder). Denn nach §7 Absatz 5 PAngV muss es sich bei allen Preisen in Karten sowieso um Inklusivpreise handeln. Ein gesonderter Hinweis darauf ist also absolut überflüssig.

Kommen wir zurück zu den schönen Dingen an dieser Karte: Sie ist abwechslungsreich, informativ, lädt zum Stöbern und Verweilen ein. Sie repräsentiert sicherlich den Betrieb, die Betreiber und deren Philosophie. Insgesamt also wirklich alles richtig gemacht.

Wenn ich mir zu dieser Karte etwas wünschen soll/darf, dann vor allem eines: Ein Exemplar per Post in meinem Briefkasten ;-)

Creative Commons für die Speisekarte

Eingetragen am 2013-01-20 13:46 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Die Anregung für den vorherigen Artikel gab übrigens eine Infografik zum Thema Creative Commons-Lizenzen (gefunden bei karrierebibel.de).

Demnach gibt es mehr als genügend Fotos, Bilder und Grafiken für alle Speisekarten dieser Welt mit einer CC-Lizenz. Man muss sie halt nur finden. Doch leider habe ich bisher noch kein Verzeichnis von CC-lizensierter Food-Fotos auftreiben können. (Wer weiß ggf. etwas?)

PS: Am Rande sei erwähnt: Die gesamte Speisekarten-Seite unterliegt einer CC-Lizenz (aktuell CC BY-NC-SA 3.0 DE).

Lizensierte Speisekarten?

Eingetragen am 2013-01-19 12:04 von Thorsten Sommer unter #gastronomie.

Tja, welchem Lizenzmodell unterliegen eigentlich Speisekarten? Und welche Lizenzmodelle müssen bei der Erstellung von Speisekarten beachtet werden? Gute Fragen … Versuch einer Annäherung:

Zunächst einmal sind alle gastronomischen Betriebe gesetzlich verpflichtet, öffentlich über ihr Angebot zu informieren (gemäß PAngV). Meinem laienhaften Verständnis nach wären sie damit amtliche Werke und daher gemeinfrei. (Was meinen die Juristen dazu?!)

Und selbst wenn die Karten dieser Definition nicht entsprächen, haben die Betriebe ein vitales Interesse an der zweiten Grundfunktion jeder Karte: Der Information zu Angebot und Betrieb – als Marketing-Instrument also. In diesem Sinne ist also davon auszugehen, dass die Betriebe gleichzeitig ein hohes Interesse daran haben (sollten), dass ihre Karten von möglichst vielen Menschen gelesen werden.

Gleichzeitig stecken in Speisekarten jedoch teilweise erhebliche Investitionen. Eine Karte ungefragt mitzunehmen ist daher nicht einfach nur schlechter Stil, sondern im Zweifelsfall Diebstahl.

Außerdem wirken bei der Erstellung von Speisekarten meistens mehrere Personen oder sogar Betriebe zusammen. Neben dem Gastronomen sind evtl. Texter, Grafiker, Photographen oder Redakteure an der Erstellung der Karte beteiligt. Deren Zulieferungen unterliegen dann ebenfalls Lizenzmodellen bzw. Urheberrechten. (Die vor dem ersten Auslegen der Karte geklärt sein müssen – natürlich inklusive eventuell fälliger Lizenzgebührenzahlungen.)

Hmmm … insgesamt noch nicht wirklich erhellend. Aber vielleicht weiß einer meiner Leser ja mehr?!

Gegenteil von Fastenkarte

Eingetragen am 2013-01-17 20:10 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Ich hatte ja schon einmal Fastenkarten hier vorgestellt. Das geht natürlich auch anders herum – als „Jecke Karte“

Eine Karte speziell für die Karnevalszeit. Solche Ideen gefallen mir ja immer wieder. Vielen Dank an das Bauerngut Schiefelbusch für die gelungene Überraschung.

PS: Kleine Anmerkung: Statt die Preise in den Vordergrund zu rücken, wäre hier genug Platz für eine ausführliche(re) Beschreibung der Gerichte gewesen (zu Geschichte und Zutaten, oder warum sie auf dieser Karte auftauchen). Vielleicht bei der nächsten Karte ;-)

Gastwirtpfandrecht

Eingetragen am 2013-01-11 20:06 von Thorsten Sommer unter #andererseits.

Schon gewusst?

Das Gastwirt- und Hotelierpfandrecht ist ein gesetzliches Pfandrecht, das dem Gastwirt als Sicherheit für seine fälligen Forderungen gegen Gäste zusteht und sich auf die von den Gästen eingebrachten Sachen erstreckt. Der Gastwirt oder Hotelier darf den bei Nichtbezahlung drohenden Vermögensnachteil durch Pfändung der vom Gast eingebrachten Sachen ausgleichen.

[ … ]

Der Gastwirt hat jedoch das Recht, im Rahmen der Notwehr auch mit Gewalt die Mitnahme der gepfändeten Sachen durch den Gast zu verhindern (§ 32 StGB).

[ via: Wikipedia ]

Also immer besser liquide sein, wenn man eine Gaststätte oder ein Hotel betritt ;-)

Speisekartenmonitor

Eingetragen am 2013-01-10 16:02 von Thorsten Sommer unter #blogging.

So geht es auch elektronisch:

Einfach einen Monitor hinter eine Glasscheibe, passendes Passepartout und fertig.

Sieht nett aus, ist hochflexibel, wenn auch nicht transportabel. – Über die in diesem Beispiel gewählte Karte könnte man noch etwas streiten. Sie zeigt aber recht gut, was geht.

Speisekarten richtig schreiben – Mehrsprachigkeit

Eingetragen am 2013-01-08 15:40 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Speisekarten richtig schreiben – mehrsprachig und für internationales Publikum. Über Mehrsprachigkeit von Speise- und Getränkekarten habe ich hier ja nun schon einiges geschrieben. Und erfreulicherweise findet sich auch immer mal wieder ein positives Beispiel „in freier Wildbahn“. Dieses hier stammt z. B. aus dem Maredo in Braunschweig (ist aber natürlich eine Karte der Kette):

Beindruckende Anzahl von Sprachen, wie ich finde.

Klein, kleiner, Leonhard

Eingetragen am 2013-01-06 14:36 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Was machen zwei Gastroverrückte (ein Restaurantfachmann und ein Koch), die sich ihren Lebenstraum erfüllen wollen? Na klar, ein Restaurant auf. Aber wie kann man ein Restaurant mit nur zwei Personen bewirtschaften? Da muss a) klar sein, dass fast rund um die Uhr geschuftet wird und b) einiges vereinfacht werden. – Wenn man dann aus einer Not eine Tugend macht, entstehen manchmal ganz tolle Sachen, wie z. B. diese Karte:

So kann man mein Plädoyer für die kleine Karte natürlich ganz konsequent umsetzen. Denn auf dem Foto ist die gesamte Karte zu sehen. Ja, genau. (Getränke gibt es auf Empfehlung bzw. direkt aus der angeschlossenen Bar.) Mehr braucht es doch gar nicht.

Die Ausführung des Kartenträgers (natürlich selbstgemacht), Anzahl der Gerichte und vor allem das dahinterstehende Konzept haben mich in diesem Fall voll überzeugt. Vor allem die Idee mit kleinen und großen Gerichten zu arbeiten, ermöglicht viele kulinarische Möglichkeiten. Und der Koch (der auch noch der Spüler ist) kann so zur Höchstform auflaufen. Gleichzeitig bleibt der Serviceumfang an den zehn Tischen so für eine Person gerade noch schaffbar.

Wer solche Ideen hat, dem wünsche ich in jedem Fall viel Erfolg. Gerne empfehle ich daher einen Besuch im Leonhard (Leonhardstrasse 2, 38102 Braunschweig, +49 531 7018855). Ich selbst werde auch häufiger mal reinschauen.

PS: Die beiden suchen übrigens noch eine Auszubildende/einen Auszubildenden zu 2013-04. Wer richtig was lernen will, hat hier beste Chancen – und kann ganz nebenbei etwas ganz Besonderes bei seiner Entstehung begleiten. Nur arbeitsscheu darf man natürlich nicht sein, wenn man hier einsteigt ;-)

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