Verdammt – wie konnte denn das passieren? Jetzt sitze ich doch mit einem iPad auf dem Sofa und blogge. Hmmmmm. So schlecht ist das Ding dann doch wieder nicht. Zumindest als Surf-Tablett taugt es. Die meisten Apps hingegen sind reiner Werbemüll und weder Geld noch Installation wert.
Was kann ich bislang noch berichten? Das Screen-Keyboard ist gar nicht so schlecht, sollte allerdings auch Kleinbuchstaben zeigen, wenn es solche einfügt. Am Webbrowser muss definitiv noch weiterentwickelt werden. Bei der E-Mail-App fehlt eine Ordnerverwaltung. Standzeit ist in Ordnung. Bildschirmgröße ist gut. Fingerabdrücke nerven allerdings sehr. Multitouch ist besser als vermutet. Wozu man mehr als 16 GB brauchen sollte, bleibt mir schleierhaft. Die automatische Rechtschreibkorrektur nervt.
Mehr zum Thema dann in den nächsten Tagen.
Huch! Ein Ahnunghabender ist für die 16 zuständig. – Na, da wollen wir doch mal sehen, ob er wirklich soviel Ahnung hat, der Ahnunghabende. Lust auf eine Retourkutsche? – Werfen wir also gemeinsam einen kurzen Blick in die Speisekarte seines Betriebes (dort fälschlicherweise als „Speisenkarte“ bezeichnet >:-) (Hihi, ich kann es einfach nicht lassen ;-))) – nur mal so im Vorbeigehen und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Da ich Sportsmann bin, gebe ich dem Herren für sein forsches Auftreten sogar einen Punkt Vorsprung. Also:
- „Inklusiv“ schreibt sich im Deutschen mit „k“ und nicht mit „c“. Demnach lautet die Abkürzung auch „inkl.“ und nicht „incl.“ – Wow! Das war schon der Ausgleich. Gleich auf der ersten Seite (und auf allen folgenden in der Fußzeile). Es steht also 1:1. (Ganz abgesehen davon, dass der Inklusiv-Hinweis rechtlich gar nicht erforderlich ist.)
- „Veggies“? Was bitte soll das denn sein? Werden hier Vegetarier auf der Karte angeboten? Sind etwa Kannibalen unter den Gästen dieses hochwohlgebildeten Betriebes? Oder geht es um vegetarische oder gar vegane Gerichte? Dann sollte man das auch so schreiben. – Hmmm, laut Google ist Veggies ein Catering Service in Nottingham. Gibt es vielleicht ein Lieferabkommen zwischen den beiden Betrieben? >:-) 2:1.
- „Mit“, „in“, „an“, „auf“. Können Sie mir bitte a) die Unterschiede erläutern und b) nachweisen, dass die Gerichte auch genau so an den Gast kommen (vor allem in Bezug zu „in“, „an“ und „auf“)? Beschreibungen in dieser Form in diesem Betrieb auf solch einer Karte? Naja … kann man machen, muss man aber nicht. – 3:1.
- Der letzte Satz auf der ersten Seite enthält fünf Mal das Wort „Salat“. Ok, auch wenn es sich formal um einen korrekten Satz handelt, habe ich einen Moment gebraucht ihn zu durchdringen. Anderen Gästen geht das sicherlich genauso. – Schleierhaft bleibt: Alternativ oder zusätzlich? 4:1.
- Gleicher Satz: Gemäß DIN5008 (Wenn wir hier schon Korinthenkacken spielen, dann bitte richtig) folgt jedem Satzzeichen ein Leerzeichen. Demnach muss es korrekt „z. B.“ heißen (Leerzeichen zwischen Punkt und „B“). – 5:1.
Ups, jetzt bin ich gerade mal am Ende der ersten Seite angelangt und es steht schon 5:1? Naja, Herr Ahnunghaber, hier brechen wir wohl besser ab. Denn schon ist’s vorbei mit der Ahnunghaberei. Dabei sind da noch so schöne Klassiker auf den Folgeseiten: Komma- und Rechtschreibfehler, Deppenleerzeichen, Fehler bei Groß- und Kleinschreibung und gemischtsprachliche Begriffe, die nicht durch Bindestriche aufgetrennt wurden. Und auf die Getränkekarte habe ich noch gar nicht geguckt.
Obwohl: Einen muss ich noch zum Besten geben: „Herr Ober, wieviel ist bitte 0,75×18,35€? Ich würde gern das halbe überkrustete Lamm-Roastbeef bezahlen (was auch immer das sein mag). Ich muss Sie allerdings vorab warnen: Ich habe keine Viertel-Cent-Stücke dabei >:-)“
Merke: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Schweinen werfen. Auch nicht als eingebildeter Ahnunghabender. – Und mit dieser kläglichen Bilanz für die Gäste geben wir zurück ins Funkstudio; natürlich ohne auch nur einen Millimeter von der Kernaussage abzurücken: Es heißt Speisekarte. >:-)
Trotzdem geht an dieser Stelle ein klitzekleiner Dank an meinen Beinahe-Namensvetter: Ich habe mich wieder einmal köstlich amüsiert und dieser Eintrag hat mir den Abend versüßt. Nehmen Sie es bitte sportlich. Man kann ja nicht immer gewinnen ;-) – Und übrigens: Wenn überhaupt, dann heißt es „zu“ Karstadt. (Tschuldigung, konnte ich mir einfach nicht verkneifen :-))
PS: Merket: Reizt mich nicht, dann laufe ich zur Höchstform auf. Und dann gewinnt nur derjenige, der selbst seine Hausaufgaben gemacht hat. ;-)
Die aktuellste Begründung ist mal wieder äußerst kreativ: Es müsse „Speisenkarte“ heißen, weil man sie ja nicht verspeisen kann. – Huahaha! Ich habe Tränen gelacht. ;-))))) – 15.
Bekanntermaßen überprüfe ich ja alle Speisekarten-Links regelmäßig. Weniger genutzt (warum eigentlich?) ist die Möglichkeit, mir Veränderungen der gelisteten Seiten zu melden, so dass ich bewusst hinschaue, vielleicht eine interessante Neuerung entdecke und Rückmeldung dazu gebe. Nur Mut, kann ich da nur sagen. Ich beiße nicht. E-Mail genügt.
Naja, die musste ja früher oder später kommen: Die Speisekarten-Cam zeigt (stundenaktuell) die Karte des werkzeugH aus Wien im Web. – Logische Fortsetzung der berühmtesten aller Webcams.
Habe aus Jux und Dollerei mal die Speisekarten der für den Gastro Award 2008 nominierten Betriebe gesichtet. Wollte mal sehen, ob im Web dargestellte Karten mittlerweile mehr taugen. – Hier meine Erkenntnisse (wie gewohnt zusammen mit einigen bissigen Kommentaren):
- Zwei bieten überhaupt keine Karten auf Ihren Seiten an – definitiv eine verpasste Gelegenheit.
- Vier Betriebe stellen nur Auszüge aus Ihrem Angebot statt vollständiger Karten vor.
- Auf Preisangaben verzichten drei Betriebe vollständig.
- Zusatzstoffe werden nur von einem einzigen Betrieb angegeben.
- Nur sehr wenige Betriebe stellen Produktfotos dar – schade, im Web wäre genau das aus meiner Sicht eher hilfreich.
- Leider überwiegt die Anzahl der HTML-Karten (fast die Hälfte) – mehr oder weniger lieblos zusammengestellte Preislisten basierend auf Tabellen-Layouts oder gar reinem Textformat. Diese Betriebe sollten aus meiner Sicht gleich vom Wettbewerb ausgeschlossen werden.
- Flash-Filmchen, die die Karten beinhalten, sehen manchmal optisch durchaus opulent aus, machen aber das Navigieren und Ausdrucken schwer und sind auch nicht immer wirklich gut lesbar.
- Musikuntermalung unter diesen Karten ist dabei ein weiterer, für mich unangenehmer Nebeneffekt. Auch wenn es sicherlich gut gemeint ist und etwas „Ambiente“ transportieren soll.
- Einfach und wenig einfallsreich präsentieren fünf Betriebe ihre jeweiligen Originalkarten als PDFs (einige davon sollte man allerdings auch in diesem Format besser nicht zeigen.)
- Übrigens machen nur zwei von 30 den Speisenkarten-Fehler.
- Interessanterweise habe ich von fünfen der Betriebe Originalkarten in meiner Sammlung. Was soll uns das nun wieder sagen? :-)
Ingesamt ein eher ernüchterndes Bild: Es dominieren die halbherzig dahingeschlurten Web-Karten, die wenig Appetit machen und der PDF/Flash-Overkill. Lichtblicke sind sehr selten. Also: Speisekarten im Web – weiterhin Fehlanzeige.
Woa, hat sich nach J-A-H-R-E-N des Stillstandes auf dem E-Mail-Markt endlich mal jemand wieder was Vernünftiges ausgedacht? Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein! – Wir erinnern uns: Surftipp 2006-01 war Lookout. Und da war Lookout auch schon einige Zeit alt. Erst jetzt, 2008, scheint eine echte Konkurrenz/Verbesserung mit Xobni auf uns zuzukommen. Ich gebe zu, dass mich die Beispiele auf der Beta-Seite dieser Software mehr als leckerig gemacht haben. Daher hier auch schamlos ein Link auf Xobni, der hoffentlich einen Beta-Zugang für mich ermöglicht. >:-)
PS: Diese Art von Nutzung der Blogosphäre – Zugang für Werbung – ist natürlich verwerflich, aber trotzdem eine gute Idee. Noch besser wird sie, wenn der Zugang kommt und das Tool sogar hält, was es verspricht.
Möglich, aber meiner Ansicht nach nicht sehr überzeugend:
Nicht selten liegen Dokumente als PDF vor, z.B. Speise- und Getränkekarten. Bietet man sie als Restaurant auf der Website in diesem Dateiformat an, dauert es mit den meisten PDF-Readern ziemlich lange, bis der Reader vollständig gestartet, die Datei heruntergeladen worden ist und angezeigt wird. Wenn der Nutzer sich den Inhalt nur anschauen will, kommt der Vorteil des in der Regel gut ausdruckbaren Format aber gar nicht zum Tragen. [ … ] Der Dienst PdfMeNot erlaubt es, beliebige PDFs in einen Flash-Film umzuwandeln. [ … ] Man kann nach der Umwandlung den Flash-Film verlinken oder auch in die eigene Website einbauen.
[ via: Gastgewerbe Gedankensplitter ]
Macht es nicht wirklich besser. Die Speisekarte in möglichst vielen Formaten anzubieten – wie Gerhard empfiehlt – ist sicherlich grundsätzlich richtig. Aber elektronische Karten an sich sind schon eingeschränkt verwendungsfähig und dann noch als Flash? Ich weiß nicht, ich weiß nicht.
Nochmal geflickrt: „Ausgetrunken“ kenne ich von Weinkarten, „Aufgessen“ (sicherlich im gleichen Sinne gemeint) hingegen ist mir ebenfalls neu:
In beiden Fällen möchte man damit dem Gast mitteilen, dass das jeweilige Produkt – warum auch immer, hoffentlich aufgrund der unterschätzt hohen Nachfrage – nicht mehr verfügbar ist.
PS: Oder hat sich hier ein Gast mit einem Kugelschreiber einen kleinen Scherz erlauben wollen?
Meiner Ansicht nach eine leicht zu treffende Entscheidung: Die Speisekarte ist für Restaurants um vieles wichtiger als ein Web-Auftritt. – Das heißt aber nicht, dass man seinen Web-Auftritt so vernachlässigen sollte wie in folgendem Beispiel:
Manch’ eine Speisekarte wird besser gepflegt als der Internetauftritt von Restaurants. Wer über die Adresse der Stadt Lüdenscheid auf die "Gastliches Westfalen"-Seite des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) gerät, wundert sich als Lüdenscheider und dürfte als Auswärtiger verzweifeln. Veraltete Informationen, zweifelhafte Rubriken-Zuordnung und Tippfehler vermitteln alles andere als einen gastlichen Eindruck und zeigen: Hier landete irgendwann etwas im Netz, was seitdem offensichtlich nicht mehr überprüft worden ist.
[ via: Westfälischer Anzeiger ]
Und wenn es um die Aktualisierung geht, halte ich es genauso: Erst die Karte, dann die Website. Im Extremfall würde ich auf eine Website verzichten, bevor Aktualität auf der Strecke bleibt.
Außerdem bestätigt dieser Fall meine grundsätzliche Abneigung gegen Restaurant- und Speisekarten-Verzeichnisse und -Dienste aller Art. Genau weil der Gastronom wenig bis keine Kontrolle über Art, Inhalt, Aktualität und Wirkung des Sammelauftritts hat, der zwar nicht vom Wirt selbst betrieben, von den Gästen aber trotzdem auf seinen Betrieb bezogen wird.



